Liebe Leserin, lieber Leser,
sowohl die Vergangenheit, die irreversibel feststeht, als auch die Gegenwart, die für unsere Sinne allenfalls drei Sekunden lang währt, sind gefangen im Zeitstrom. Und dennoch gibt es einen vielversprechenden Weg, diese Linearität zu durchbrechen. Dazu brauchen wir den Zeitpfeil noch nicht einmal anzuhalten oder umzukehren, sondern wir überholen ihn einfach!
Dem Zeitpfeil voraus – das ist das Ihnen vorliegende Telepolis-Special im wahrsten Sinne des Wortes. Die Zukunftsschau startet mit einem Blick auf die nächsten hundert Jahre und dringt dann in zeitliche Gefilde vor, in die sich bislang noch kein anderes (populär-)wissenschaftliches Magazin gewagt hat: sage und schreibe 1000 Jahre in die Zukunft.
Damit unsere fiktive Expedition gleichwohl nicht zu einem rein trivial-fantastischen Abenteuer verflacht, haben für dieses Magazin namhafte Wissenschaftler, renommierte Wissenschaftsjournalisten und Science-Fiction-Autoren zur Feder gegriffen. Diese gesunde Mischung scheint vielversprechend, avancierte doch schon Ende des 19. Jahrhunderts der Wissenschaftler und Wissenschaftsjournalist H. G. Wells zum ersten „echten“ Science-Fiction-Autor, dessen Prognosen erstaunlich treffsicher waren – ganz im Gegensatz zu den Voraussagen der Futurologen. Wie fehlerhaft diese Branche zeitweise extrapolierte, legt Bestseller-Autor Andreas Eschbach sehr anschaulich dar.
Unsere Experten thematisieren unter anderem die künftigen Gefahren der Nanotechnologie, der Überbevölkerung und die des Klimawandels und zeigen die Chancen der Raumfahrt, Robotik oder Quantenphysik auf. Was sich aber dabei auch immer an überraschenden Schlussfolgerungen herauskristallisiert – die Zukunft liegt in unserer Vorstellungskraft.
Lassen Sie deshalb Ihrer Fantasie freien Lauf, und wagen Sie mit uns den Schritt ins nächste Jahrtausend, im Bewusstsein, dass der Schlüssel zu den Zukünften nicht immer im Wissen, sondern auch in unserer Imaginationskraft liegt. Die sich wie ein roter Faden durch dieses Sonderheft ziehenden faszinierenden Retro-Bilder vom Großmeister der Science-Fiction-Illustration Frank R. Paul sind hierfür das beste Beispiel.
Nehmen wir Albert Einstein, einen der größten Mitgestalter der Zukunft dieses Planeten, beim Wort: „Fantasie ist wichtiger als Wissen, denn Wissen ist begrenzt.“
Viel Spaß bei der Entdeckung unserer Zukünfte wünscht
Dr. Harald Zaun